In der Nacht hatte es gefroren und geschneit. Daher waren die 30 Frauen der Frauengruppe des SAV froh, dass man sich einem Busunternehmen angeschlossen hatte, der das gleiche Angebot im Programm hatte wie der Albverein. Für etwas Verwirrung sorgte die Sitzplatznummerierung, die so vorab nicht abgesprochen war. Aber später konnte das Problem wohl untereinander geregelt werden. Das Kloster in Heiligkreuztal war der erste Anlaufpunkt. Leider war die Klosterkirche gerade eingerüstet wegen Renovierungsarbeiten, aber die 1,5 stündige Führung mit Einblick in die Klosterkirche, die Nonnenempore, den Klostergarten, den Kreuzgang und den Kapitelsaal war umso interessanter.
Bereits 1227 lassen sich Beginen aus Altheim in „Wazzerhaf“ nieder. Im Jahr 1231 erhält das nach einer Kreuzreliquie benannte „Heiligkreuztal“ päpstliches Schutzprivileg. Ein ehemaliges Lehensgut konnte käuflich erworben werden – auch durch die starke finanzielle Zuwendung des Grafen Egon von Grüningen-Landau und seiner Schwester Hailwilgilde. Sie wurde die erste Äbtissin des Klosters. 1233 werden die Nonnen zu Heiligkreuztal in den Zisterzienserorden aufgenommen. Vor allem Töchter aus Adelsfamilien wurden dort aufgenommen und das Kloster blühte durch bedeutende Schenkungen auf. Die 1256 geweihte Klosterkirche wurde von 1315 – 1319 zu einer hochgotischen Klosterkirche ausgebaut. Die 1521 zur Äbtissin gewählte Veronika von Rietheim setzte die begonnen Renovierungen des Kosters fort. Das Münster erhielt 1532 ein Gewölbe und das Refektorium, Kapitelsaal und Kreuzgang wurden mit einem Netzgewölbe versehen. Für die Ausmalung wurde der Meister von Meßkirch beauftragt. Die Gemälde sind alle im Original erhalten. Das Kloster wurde mehrmals geplündert und 1806 schließlich aufgelöst. 1972 wurde die zerfallene Klosteranlage durch die Stefanus-Gemeinschaft zu einer Bildungs- und Begegnungsstätte ausgebaut.
Nach der Führung ging es zum Adventsmarkt ins Backdorf und bei Dinette, Bauernschmaus oder Kuchen konnte man sich zunächst etwas stärken. Der sonst kleine aber erlesene Adventsmarkt hatte sich auch in diesem Jahr bis auf die Parkplätze der Firma Häussler ausgedehnt. Das Traditionsunternehmen stellt Steinbacköfen her und bietet alles was das Bäckerherz begehrt. Es gab Life-Vorführungen zum Backen von Hefe-Nikoläusen, Zimtsternen, Spekulatius, Elisenlebkuchen und sogar die Zubereitung eines stimmungsvollen Weihnachtsmenüs. In einem Zelt gab es Fachvorträge über z.B. die Herstellung von Sauerteigen, Nudeln und Christstollen, sowie die richtige Anheizung eines Holzbackofens. Es herrschte überall so großer Andrang, dass sich die Frauen bald im Gewusel verloren hatten. Auf dem Rückweg zum Bus traf man jedoch einige wieder im kleinen aber nett sortierten Klosterladen. Um 16 Uhr ging es im warmen Bus wieder nach Hause.
SK








