Exkursion mit der Kräuterexpertin

Bei großer Hitze (30 Grad im Schatten) hatte die Frauengruppe des SAV die Diplombiologin Sybille Braun für eine Exkursion zu Gast. Diesmal durften ausdrücklich die Enkel mitgebracht werden und einer hatte sich auch den 8 Frauen angeschlossen und erkundete Flora und Fauna rund um das Naturfreundehaus im Ried. Praktisch war da die Becherlupe, mit der gleich Bachflohkrebse, Eintagsfliegen, Skorpionsfliege, Wespenameise, Weinbergschnecken, Tütendreher etc. angeschaut wurden. Der 8jährige Raphael wich der Biologin nicht mehr von der Seite und war wie gebannt von den Vorträgen über jedes einzelne Tier und jede Pflanze.

Bei den Pflanzen fiel sofort auf, dass ein reichhaltiger Stickstoffeintrag im Boden vorhanden war. Die Stickoxyde werden durch die Landwirtschaft, aber auch durch Flug- und Autoverkehr eingetragen. Die Expertin stellte gleich klar, dass wir, wenn wir die Pflanzen nicht hätten, der Mensch auch nicht mehr da wäre. Pilze reinigen den Boden z. B. von Spritzmitteln, Giersch und Brennnessel sind ebenfalls Bodensanierer. Die Biologin konnte aber nicht nur jede Pflanze benennen, sondern auch, wie man sie anwendet, Tees und Tinkturen herstellt, und welche Wirkung diese dann haben. Zu jeder Pflanze gab es dann auch Geschichten, etwa aus dem Mittelalter, Kindheitserinnerungen oder eigene Erfahrungen der Biologin.

Hier nur ein paar Beispiele für die Anwendungsgebiete: Giersch senkt die Harnsäurewerte, Klettenlabkraut ist ein Lymphmittel und bekämpft Krebs, Schneckenschleim gegen Viren und Bakterien, echte Nelkenwurz ist blutstillend, Kastanien gegen Venenleiden, stinkender Storchschnabel bei Erkältungen, Schöllkraut gut für die Leber und gegen Warzen, Walderdbeeren für Blut- und Leberreinigung, Holunder- und Lindenblüten erhalten die Gesundheit und schützt die Schleimhäute, Königskerze gegen Husten, kanadische Goldrute ist ein Nieren-, Frauen- und Wundheilmittel, Baldrian ist ein Allheilmittel für Magen, Herz und Nerven.

Es waren zwei Stunden geballtes Wissen, die hier unmöglich wiedergegeben werden können. Zu dem Ratschlag, doch einmal ein Buch mit den ganzen Tinkturen und Teemischungen zu schreiben, sagte Frau Braun, dazu hat sie leider keine Zeit.

SK