Bei Bilderbuchwetter sind 21 Wanderinnen und Wanderer zur Sonntagswanderung aufgebrochen.
8 km und 200 hm standen in der Ausschreibung. Eine Tour mit verschiedenen Eindrücken, einem strammen Aufstieg und viel Geschichte. Los ging es am Parkplatz nach Grabenstetten Richtung Kaltentalweiher. Durch wunderbaren Buchenwald wanderten wir abwärts. Immer wieder grüßte ein Fels und versetzte uns in Staunen, so groß und gewaltig.
Wanderführerin Marianne Söll erzählte am Kaltentalweiher, dass dieser in den 80er Jahren angelegt wurde um ein Feuchtbiotop zu schaffen. Gespeist wird der Weiher durch die Kaltentalquelle. Warum versickert das Wasser nicht? Der Grund: Um Bad Urach gab es vor Millionen von Jahren Vulkane. Durch den vulkanischen Tuff, der hier vorherrscht, kann das Wasser nicht versickern. Der Kaltentalweiher liegt am Wanderweg, ein sehr schönes Plätzchen. Ein Schwan zog ruhig seine Bahnen. Nach einer Stärkungspause haben wir uns das Gartenhäuschen (genannt Villa Hügel) von Forstmeister Philipp Freiherr von Hügel genauer angesehen, jedoch leider geschlossen.
Danach führte der Weg zum Lauereckfels, etwas steil aber gut zu bewältigen. Oben angekommen konnten wir auf einer Bank Platz nehmen, die herrliche Ruhe genießen und unseren Blick über die grünen Wogen der Wälder Richtung Bad Urach schweifen lassen. Auch gab es ein Gipfelbuch, in das wir uns eingetragen haben. Der Lauereckfelsen ist ein geschütztes Felsbiotop. Wir haben u.a. auch das rote Waldvögelein entdeckt, eine seltene Orchideenart. Noch ein kurzes Stück auf bequemen Wegen und wir haben den Heidegraben bei Grabenstetten erreicht. Marianne erzählte von den Kelten, die hier über Jahrhunderte gelebt haben. Blütezeit war zwischen 120 und 50 vor Christus. Der Heidegraben ist 1660 ha groß. Durch Funde konnte die Wissenschaft das Leben der Kelten auf dieser Albhochfläche konstruieren.
Es gab reichen Handel mit Holz, Flachs, Wolle, Felle, Stoffe. Handwerk und natürlich Landwirtschaft wurde betrieben. Die Waren wurden mit Pferde- und Ochsengespannen transportiert. Schriftliche Zeugnisse hinterließen die Kelten nicht. Wer tiefer in die Geschichte der Kelten auf dem Heidegraben eintauchen möchte, dem ist der Besuch des Heidegrabenzentrums am Burrenhof unweit von Grabenstetten zu empfehlen. Dieses Zentrum wurde im Juni 2024 eröffnet. Unsere Wanderung führte weiter auf dem Befestigungswall der Elsachstadt, das Zentrum und der Siedlungsschwerpunkt zur Zeit der Kelten. Die „Landeshauptstadt“ damals, so der frühere Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seiner Rede zur Einweihung des Besucherzentrums „Heidegraben“. Angekommen am Ausgangspunkt freuten sich alle auf die Einkehr in der „Alten Mühle“ in Grabenstetten zu Kaffee und Kuchen.
Ein schöner Ausklang nach einer erlebnisreichen Wanderung in netter Gemeinschaft.
MS




