„Der Weg ist das Ziel“: Sonntagswanderung durch ein typisches Trockental

Sonntag, 4. Oktober 2026

Vielleicht hat die eher kurze Wanderstrecke von 9 km oder einfach das Wanderziel eine doch große Gruppe von 21 WandererInnen und Wanderern gelockt, mitzukommen ins Vögeles- und Oberes Lontal.

Start war der Wanderparkplatz im Vögelestal, ein Naturschutzgebiet bei Türkheim. Wir tauchten ein in die vielfältige Lebensgemeinschaft der Kuppenalb und genossen die abwechslungsreiche Wegführung über sanfte Kuppen, grüne Wiesen, vorbei an Feldgehölzen und über Wacholderheiden.

Welch eine Vielfalt von Früchten wie Weißdorn, Schlehen und Hagebutten haben sich uns geboten! Sie dienen Menschen und Vögeln als Nahrungsquelle.

Allerdings sind doch etliche Vögel, die hier beheimatet sind, bereits in ihr Winterquartier über tausende Kilometer nach Afrika geflogen. Der „Neuntöter“ zum Beispiel:  Sein Erkennungszeichen ist die „Räubermaske“. Er spießt seine Beute auf Dornen auf um Vorräte anzulegen oder die „Dorngrasmücke“, ein lebhafter Singvogel, der in dieser offenen Landschaft mit dichten Büschen und Hecken seine Heimat hat.

Den Rotmilan konnten wir jedoch entdecken, weit in den Lüften zog er seine Bahnen auf der Jagd nach Beute und hatte hier nicht der Kolkrabe warnend gerufen oder war es eher ein Sperber?  Später, als wir alle mucksmäuschen still waren, konnten wir den Gesang der Tannenmeise deutlich vernehmen.

So führte der Weg weiter, der auch viele Bäume und Sträucher zeigte, die durstig und bizarr in den Himmel ragten. Unvermittelt trafen wir auf dem Rückweg auf alte, auf den ersten Blick einladende, Hütten. Welch ein idyllisches Bild. Beim genaueren Betrachten stelle sich heraus, dass hier einmal Ziegen untergebracht waren.

Am Waldhang, kurz vor dem Parkplatz, haben wir vom „Bunten Eisenhut“ gehört. Leider war er bereits abgemäht. Zum Bestaunen wäre er schön gewesen, aber mehr nicht. Er ist hoch giftig.

Erfüllt von der Farbenpracht des Herbstes, der Ruhe der Täler, dem Vogelgezwitscher und von Erzählungen haben wir uns fröhlich auf den Nachhause Weg verabschiedet.

Marianne Söll